M. C. Beaton – Hamish Macbeth und der tote Witzbold (Hamish Macbeth #7)

„Wenn du mich fragst, ist Mr. Trent ein richtiger Schatz“, bemerkte Melissa.
„Nein, sag das nicht“, entgegenete Paul. „Warte, bis er richtig loslegt. Wie du siehst, ist er überhaupt nicht krank. Er muss einsam gewesen sein. Und jetzt hat er das ganze Haus voller Leute, die er triezen kann.“

Vielen Dank an Bastei Lübbe und NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!



Über das Buch

Bastei Lübbe | 222 Seiten | Erschienen: 2019 | Original Titel: Death of a Prankster | Reihe: Hamish Macbeth #7
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Arthur Trent, der weitläufig bekannt ist für seine (geschmacklosen) Scherze, ruft seine Familie zu sich in die schottischen Highlands. Angeblich, so schreibt er, bliebe ihm nicht mehr lange zu leben. Keiner seiner Angehörigen kann den alten Mann ausstehen, aber die Aussicht auf ein lukratives Erbe lässt die „besorgte“ Verwandtschaft natürlich sofort anreisen. Aber scheinbar war Mr. Trent bloß einsam, denn er erfreut sich bester Gesundheit, als die Familie eintrifft. Fortan haben alle unter seinen Streichen zu leiden, die niemand außer ihm selbst lustig findet – so lange, bis er tot aus einem der Kleiderschränke fällt. Hamish Macbeth glaubt zunächst an einen Scherz, als er wegen des Mordes an Mr. Trent nach Arrat House gerufen wird, aber der alte Mann ist tatsächlich tot. Sofort beginnt er mit den Ermittlungen: hat jemand einfach Trents Streiche nicht mehr ertragen oder wollte jemand der Sache mit dem Erbe auf die Sprünge helfen?

Meine Meinung

Nanu? Wieso fängt sie denn jetzt mit Teil sieben an? Muss dann nicht wenigstens eine Spoilerwarnung über die Rezension? Keine Sorge! Natürlich gibt es dann und wann kleine Anspielungen auf Hamishs frühere Fälle oder es tauchen Figuren auf, die auch schon in den vorherigen Büchern einen Auftritt hatten. Aber den Fall Andrew Trent kann man meiner Meinung nach auch getrost alleinstehend lesen – wir übrigens alle von Hamishs Fällen.

Also, zurück in die Highlands, zurück zu Hamish Macbeth. Eigentlich fällt ein Mordfall in Arrat House überhaupt nicht in Hamishs Zuständigkeit. Aber der dortige Kollege befindet sich gerade im wohlverdienten Urlaub, sodass Hamish ihn vertreten muss. Das gesamte Setting ist das eines typischen alten Krimis a lá Miss Marple oder Hercule Poirot. Und klassischer könnte es wirklich nicht sein, wenn eine ganze Familie zusammen kommt und dann das allen verhasste Familienoberhaupt dahin scheidet. Einer von ihnen muss der Mörder sein – und alle haben ein Motiv! Da wären zum Beispiel Angela und Betty Trent, die beiden Töchter des verstorbenen, denen ihr Vater zeitlebens alle Verehrer vergrault hat und die jetzt als alte Jungfern gelten. Aber auch Arthur Trents Bruder Jeffrey hält keine besonders großen Stücke auf ihn, ganz zu schweigen von seiner Frau Jan. Paul Sinclair, Jans Sohn aus erster Ehe, ist nur da, weil seine Mutter es ihm aufgetragen hat – und hat auf unglückliche Weise auch noch seine Arbeitskollegin Melissa Clarke in die Sache mit hinein gezogen. Sie alle wollten mit ihrem Kommen verhindern, dass Charles Trent, der Adoptivsohn des alten Patriarchen, und dessen Verlobte, das Schauspielsternchen Titchy Gold, alles erben. Dabei hat Arthur seinen Sohn nachweislich für einen Taugenichts gehalten und Titchy einzig und allein für ihre hübsch anzusehenden Vorzüge gemocht. Außerdem gibt es da noch das spanische Diener-Ehepaar Enrico und Maria, denen der alte Mr. Trent auch ein großes Stück vom Kuchen versprochen haben soll. Wer von ihnen konnte nicht länger auf sein vermeintliches Erbe warten?

So gerne ich auch neuere Krimis und Thriller lese, so sehr genieße ich, dass diese klassischen Ermittlungen ohne Blut, Folter und Profiler auskommen. Dafür gibt es immer ganz besonders extravagante Charaktere. Es geht um das Zwischenmenschliche: wen muss man mit wem in einen Raum setzen, um eine gewisse Reaktion zu provozieren? Welche Fäden müssen gezogen werden, um das Vertrauen dieses oder jenen Verdächtigen zu gewinnen? Und wo muss man kitzeln, damit man durch eine unbedachte Äußerung oder Handlung den entscheidenden Hinweis bekommt, wenn es sonst keine handfesten Beweise gibt?

Ivys Fazit

Den großen emotionalen Tiefgang findet man bei diesem, wie auch bei den meisten von Hamish Macbeths Fällen nicht. Aber würde ich den suchen, würde ich mich auch für ein anderes Genre entscheiden. Hamishs siebter Fall hat mich jedenfalls wieder ausgesprochen gut unterhalten und angesichts der überschaubaren Seitenzahl war es die perfekte Lektüre für zwischendurch.

Aussehen: ♥♥♥♥

Spannung: ♥♥♥

Schlüssigkeit: ♥♥♥♥

Emotionale Tiefe: ♥♥♥

Charaktere: ♥♥♥♥

Schreibstil: ♥♥♥♥

Insgesamt: ♥♥♥♥

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