Gemeinsam Lesen – Darktown

Guten Morgen meine Lieben 🙂

nachdem Meggie und ich uns aus mangelnder Kommunikation letzte Woche in die Quere gekommen sind und wir plötzlich zwei Gemeinsam Lesen Beiträge hatten, kann ich euch diese Woche doch ganz rechtmäßig „Darktown“ vorstellen!

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Zur Zeit begleitet mich auf dem Weg zur Arbeit und durch die Pausen „Darktown“ von Thomas Mullen. Inzwischen habe ich es schon bis Seite 214 geschafft.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Die Tatsache, dass Dunlow einen Anteil von Poe erhielt, bedeutete wohl, dass er weder von den Zwischenhändlern noch von den Leuten ganz oben etwas abbekam, vermutete Rake, ganz sicher war er sich allerdings nicht.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Atlanta, 1948: Auf Druck von oben sieht sich das Police Department gezwungen, die erste Einheit farbiger Polizisten in seiner Geschichte aufzustellen. Acht Männer, die in »Darktown«, dem streng abgegrenzten Viertel der farbigen Einwohner, für Recht und Ordnung sorgen sollen. Die Situation ist alles andere als einfach: Ihre weißen Kollegen begegnen den Beamten mit tiefer Feindseligkeit. Sie dürfen nicht vom Polizeipräsidium aus arbeiten, haben keine Erlaubnis, weiße Verdächtige zu verhaften. Und selbst die farbige Bevölkerung begegnet ihnen mit Misstrauen. Als eine junge farbige Frau tot aufgefunden wird, scheint das niemanden zu interessieren – bis auf Lucius Boggs und Tommy Smith, zwei Cops der neuen Einheit, die sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit machen. Zwischen zwielichtigen Alkoholschmugglern, scheinheiligen Puffmüttern, korrupten Gesetzeshütern und unter permanenter rassistischer Unterdrückung riskieren Boggs und Smith ihre neuen Jobs – und ihr Leben –, um den Fall zu lösen.
(Klappentext: DuMont)

Das Buch habe ich mir extra von unserer Belletristik-Lektorin gewünscht, weil ich fand, dass es so spannend klang, dass es in den Bestand unserer Bücherei wandern sollte. Jetzt habe ich als Vorschlaggeberin natürlich die Ehre, es als erste lesen zu dürfen. Bisher stecke ich knietief in dieser düsteren Welt der Nachkriegssüdstaaten. Der offen gelebte Rassismus und die Ressentiments, auf die nicht nur die acht schwarzen Polizeibeamten zu spüren bekommen, sind krass, aber – leider – realistisch für diese Zeit. Das Buch macht einen wütend, ist aber sehr gut geschrieben. Manchmal möchte ich es weg legen, weil mich die Nebenfiguren anwidern, aber auf der anderen Seite will ich gleichzeitig wissen wie es weiter geht!

Neben Lucius Boggs und Tommy Smith, die zwei der farbigen Polizisten und natürlich Hauptfiguren des Buches sind, gibt es auch noch Officer Rakestraw, einen jungen Weißen, der mit einem alteingesessenen und korrupten Partner zusammen gesteckt wurde. Während Dunlow, besagter Partner, offen auf dicke Hose macht und die farbigen Neulinge auf ihren Platz verweisen will, würde Rake sich gerne anders gebärden, schafft das aber nur bedingt.
Ich bin sehr gespannt, ob Rake noch diese Hemmungen überwindet und klarer für seine neuen Kollegen Partei ergreift oder ob er sich bis zum Schluss nicht traut gegen die alteingesessene Riege aufzubegehren.

4. Gibt es ein Buch, dessen Rezension du nachträglich ändern wolltest/zu dem deine Meinung sich geändert hat? ZB: Ein Buch, das du mit 4/5 Sternen bewertet hast, nachträglich aber doch eher 2/5 Sternen war.

Dass sich die Bewertung eines Buches bei mir nachträglich ändert kann man schon mal vorkommen. Meistens passiert das dann beim Schreiben der Rezension. Ich hab also nach dem Lesen das Gefühl hey, das Buch hat 3 Sterne verdient. Dann setze ich mich ein paar Tage später an das Schreiben der Rezension und während ich mich nochmal detailliert damit auseinander setze, was ich gut oder weniger gut fand, kommt es schon mal vor, dass ich mir denke: Hm, also eigentlich waren es doch eher 4 Sterne! Umgekehrt aber genau so, manchmal stellt sich dann beim genaueren Betrachten heraus, dass es vielleicht eher 2 Sterne waren. Dass es aber im Nachhinein so eine krasse Abweichung von meinem ersten Eindruck gibt, also von 4 auf 2 Sterne oder umgekehrt, das hab ich noch nie gehabt.

Da ich Bücher eigentlich nicht mehr als einmal lese, ändere ich dann auch im Nachhinein keine Rezensionen mehr 🙂

Wie ist das bei euch? Bleibt ihr bei eurem Urteil, wenn es einmal gefällt ist?

Liebe Grüße!

Ivy

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10 Gedanken zu “Gemeinsam Lesen – Darktown

  1. Hey Ivy,

    Dein aktuelles Buch klingt auf jeden Fall interessant. Durch die Diskussionen auf twitter, die es zu Rassismus und PoC gibt, würde ich mich allerdings als erstes Fragen, ob der Autor selber PoC ist und wenn nicht, ob er sensitive Reader hatte.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viel Spaß beim Lesen und bin gespannt, wie du das Buch letztendlich findest.
    Rezensionen ändern tue ich auch keine mehr, denn in dem Moment habe ich das Buch so empfunden, aber ich hatte letztens ein Buch, was mir gezeigt hat, wie manipulierbar man ist durch einfache schriftstellerische Tricks. Ich habe die Rezension, die das Buch gekonnt zerreißt bei meiner Rezension verlinkt, aber letztendlich habe ich diese doch online gelassen.

    LG, Moni

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      • Ich finde nicht, dass er das zwingend muss 🙂 Denn gerade bei Romanen geht es doch auch um Fantasie und Freiheiten. Allerdings kann ich sehr gut verstehen, dass es bei einem so realitätsnahen Thema sehr genau beäugt wird, was denn der weiße Autor (ja, Thomas Mullen ist keine PoC, das musste ich aber auch erst mal ergooglen) über ein so empfindliches Thema schreibt. Dazu, wie PoC die Geschichte aufgenommen und bewertet haben, habe ich noch nichts gelesen, allerdings in Erfahrung bringen können, dass Mullen für einen anderen Roman mit historischem Hintergrund mit dem „Society of American Historians Prize for Historical Fiction“ ausgezeichnet wurde, weil seine Recherchen so umfassend und genau waren. Also verlasse ich mich erst mal darauf, dass er schon ein bisschen Zeit in die Sensibilisierung für dieses Thema investiert hat und lese erst mal zu Ende, bevor ich mich durch diverse Rezensionen wühle, damit mein eigener Eindruck nicht verfälscht wird 🙂

        Danke auf jeden Fall für eure Beiträge!

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      • Exakt so sehe ich das auch! Ich verlasse mich übrigens immer darauf, dass ein Autor sich in sein Thema oder eins Setting eingearbeitet hat, ganz egal worüber sie oder er schreibt. Und dann obliegt es mir als Leser, zu beurteilen, ob diese Einarbeitung gut oder schlecht war

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  2. Guten Morgen Ivy 🙂

    Dein aktuelles Buch kenne ich bisher noch nicht, spricht mich aber insgesamt auch nicht so an.
    Ich wünsche dir aber weiterhin viel Spaß beim lesen 🙂

    Bei mir ist es auch schon vorgekommen, dass ich beim Schreiben der Rezension die Sternebewertung um einen halben oder ganzen nach oben oder unten korrigiert habe. Aber nachträglich, nach dem die Rezension veröffentlicht war, habe ich bisher noch nie was geändert und würde es auch nicht machen.

    Liebe Grüße und einen schönen Dienstag 😀
    Andrea
    Mein Beitrag

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    • Hallo Andrea 🙂

      Das beruhigt mich ja, dass das nicht nur mir so geht mit dem beim Schreiben nochmal drüber nachdenken und doch nochmal ein bisschen rauf oder runter gehen. Gerade bei Büchern, bei denen ich mir denke „aah, das wäre eigentlich ein 3,5 Kandidat“ geht es dann bei der Ausformulierung der Rezension oftmals doch den halben Punkt nach unten oder nach oben.

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  3. Hi Ivy!

    Dein Buch hört sich ja super interessant an.
    Es passt mit der Thematik ja leider aktuell wieder in die heutige Zeit, aber ich würde es auch lesen, um einen Eindruck der damaligen Zeit zu erhalten. Das Buch werde ich mir mal notieren.

    Meine Rezensionen ändere ich nachträglich auch nicht. Schließlich spiegelt sie meine Meinung zu dem Zeitpunkt wieder. Auf meinem Blog vergebe ich auch keine Sterne. Da schreibe ich nur meinen aktuellen Eindruck nieder.

    LG,
    Rabi

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    • Hallo Rabi 🙂

      Schön, dass ich dir noch was auf den Wunschzettel (oder die Leseliste oder was immer du führst) mogeln konnte! 😀 Also bis jetzt lohnt sich das Buch sehr, auch wenn es schwierig ist.

      Ich hab auch schon mal darüber nachgedacht, ob ein einfaches Weglassen der Punktebewertung nicht sinnvoll wäre. Es würde denke ich mal auch viele dazu einladen, eine Rezension im Ganzen zu lesen und nicht bloß zu gucken „oh, 2 Sterne“, ohne die Gründe für diese schlechte oder vielleicht umgekehrt auch für eine besonders gute Bewertung wirklich zur Kenntnis zu nehmen. Außerdem sind diese Punkte natürlich auch immer eine sehr sehr subjektive Angelegenheit. Auf der anderen Seite macht es z.B. am Ende des Jahres auch für mich selbst die Übersicht leichter, wenn ich nochmal rekapituliere was ich in diesem Jahr gelesen und was mir gut oder weniger gut gefallen hat. Bei über 90 Büchern im Jahr verliert man sonst mal schnell den Überblick 🙂

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  4. Hey 🙂
    Dein Buch kenne ich nicht, klingt aber wirklich sehr spannend. Ich glaub das behalte ich mal im Kopf.
    Ich bewerte Bücher auch nicht neu, nur bei zwei angefangenen Reihen hab ich das noch mal vor. Die liegen soweit zurück, mittlerweile bewerte ich ganz anders. Da wäre das ein krasser Sprung zwischen den Bänden.
    Mein Beitrag
    Ich wünsche dir einen schönen Mittwoch, fröhliche Weihnachtstage und viel Lesestoff zu Weihnachten!
    Liebe Grüße
    Denise

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    • Hallo Denise 🙂

      Ja gut, wenn ich ein Buch nach vielen vielen Jahren nochmal lesen würde, dann könnte es durchaus zu einander ganz anderen Bewertung kommen! (Einer der Gründe, warum ich mich nie getraut habe „Die Nebel von Avalon“ nochmal neu zu lesen, weil ich dieses Buch in meiner Jugend vergöttert habe mit all seinen Figuren und Angst habe, dass es mir heute nicht mehr so gut gefallen könnte wie ich es in Erinnerung habe). Aber meistens lese ich Bücher ehrlich gesagt nicht nochmal. Dafür habe ich zu viele, die noch gelesen werden möchten, und zu wenig Zeit ihnen allen gerecht zu werden!

      Ich wünsche dir auch eine schöne restliche Woche und frohe Feiertage mit viel Lesezeit ❤

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