Isabel Bogdan – Laufen

Aber das ganze Leben, dieses mickrige, kleine Scheißleben erinnert mich permanent an dich, und wenn es das manchmal für einen kurzen Augenblick nicht tut, wenn das Leben kurz keine mickrige kleine Scheiße ist, bekomme ich sofort ein schlechtes Gewissen, ich will nicht, dass mich alles an dich erinnert, und ich will dich auf keinen Fall vergessen, wie sollte ich denn, wer wäre ich denn, ohne –

 

Über das Buch

Kiepenheuer & Witsch | 208 Seiten | Erschienen: 2019 | Original Titel: Laufen

 

Eine Frau läuft.

Schnell wird klar, dass es nicht nur um ein gesünderes oder gar leichteres Leben geht. Durch ihre Augen und ihre mäandernden Gedanken erfährt der Leser nach und nach, warum das Laufen ein existenzielles Bedürfnis für sie ist. Es ist mehr als nur einfaches Trainieren. Viel mehr läuft die Frau vor etwas davon, dem sie nich entkommen kann. Und mit jedem Schritt, den sie geht, erkennt sie, dass es vielleicht auch gar nicht nötig ist wegzulaufen.

Wie wird man mit einem Verlust fertig? Welche Rolle spielen Freunde und Familie? Welche Rolle spielt die Zeit? Und der Beruf? Schritt für Schritt erobert sich die Erzählerin die Souveränität über ihr Leben zurück und lernt dabei auch, dass sie deutlich mehr schaffen kann, als sie am Anfang ihres Laufes noch geglaubt hat.

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Gemeinsam Lesen – Poet X

In dieser Woche bin ich wieder an der Reihe und habe euch ein Buch mitgebracht, das ich bei Vorablesen gewonnen habe. Schon als es auf Englisch erschienen ist, wollte ich es unbedingt lesen und ich freue mich total, dass sich mit Rowohlt endlich ein Verlag gefunden hat, der der Autorin auch im deutschsprachigen Raum eine Chance gibt, denn das Thema der Geschichte ist aktuell und sehr sehr wichtig:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment Poet X von Elizabeth Acevedo und befinde mich auf Seite 32.

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Stephen King – Schwarz (Der Dunkle Turm #1)

„Es gibt nur einen…“ Sie hielt einen Finger hoch. „… einen Mitspieler im größten aller Dramen, den ich nicht kenne.
Nur einen, der mit verborgenem Gesicht draußen im Schatten steht.
Nur einen, der meinen Leib erzittern und meine Seele fürchten lässt.
Ihn fürchte ich.
Ich kenne seine Gedanken nicht, und ich fürchte ihn.
Ich fürchte den Versucher.“



Über das Buch

Heyne | 352 Seiten | Erschienen: 2003 | Original Titel: The Gunslinger | Reihe: Der Dunkle Turm #1
Hier kaufen als Buch oder als eBook.

Er folgt ihm schon so lange, dass er sich schon beinahe nicht mehr vorstellen kann ihn wirklich einzuholen. Durch Wüsten, Gebirge und Geisterstädte jagt Roland, der letzte Revolvermann einer sterbenden Welt, dem Mann in schwarz nach. Sein Weg ist gesäumt von Dämonen, Mutanten und Sukkubi, die versuchen ihn von seinem Weg abzubringen, aber kein Stein, den der Mann in schwarz ihm in den Weg wirft, kann ihn zum Aufgeben bewegen. Es ist Rolands Bestimmung, den dunklen Turm zu finden und der Mann in schwarz wird ihn dorthin führen. Unterwegs begegnet er dem Jungen Jake, dessen Schicksal untrennbar mit dem des Gejagten verknüpft scheint und der in Roland etwas berührt, das er seit langem für tot gehalten hat. Beiden ist klar: wenn sie den Mann in schwarz endlich stellen, wird es eine Offenbarung geben – aber es wird keine Offenbarung ohne Opfer sein…
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Chris Carter – Der Knochenbrecher

„Metall, relativ schwer, sieht selbstgebaut aus…“, stellte Dr. Winstin fest, während er den Gegenstand in seiner Hand betrachtete. „Aber ich habe immer noch keine Ahnung, was…“ Mitten im Satz brach er plötzlich ab. Er spürte das Herz in seiner Brust wie wild schlagen. Seine Augen weiteten sich. „O mein Gott…“



Über das Hörbuch

Hörbuch Hamburg | 745 Minuten | Erschienen: 2017 | Original Titel: The Nightstalker | Gelesen von: Uve Teschner

Einmal mehr bekommen es Carlos Garcia und Robert Hunter vom LAPD in Los Angeles mit einem brutalen Serienmörder zu tun. Das erste Opfer zieht allerdings gleich einige weitere Tote nach sich und diese befinden sich in den eigenen Kreisen der Einheit für Raubüberfall und Mord. Entsprechend verbissen versuchen die beiden Ermittler dem Täter auf die Spur zu kommen und stoßen dabei auf eine schreckliche Geschichte, die aus einem normalen Jungen ein Monster gemacht hat, das vollkommen falsche Vorstellungen von der Liebe hat.

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Gemeinsam Lesen – Das Geständnis der Frannie Langton

Guten Morgen miteinander,

den ersten Tag der Woche haben wir mal wieder geschafft 🙂 heute ist es wieder Zeit für Gemeinsam Lesen und ich hab euch ein Buch mitgebracht, auf das ich schon ein kleines Weilchen lauere (fragt mal unsere Belletristik Lektorin in der Bücherei…).

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Das Geständnis der Frannie Langton“ von Sara Collins und befinde mich auf Seite 64.

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Rachel Kushner – Ich bin ein Schicksal

Ich bin zu zweimal lebenslänglich plus sechs Jahre verurteilt worden.
Ich habe nicht vor, lange zu leben. Auch nicht unbedingt kurz. Ich habe gar nichts vor. Die Sache ist bloß die, man existiert ja weiter, ob man es nun vorhat oder nicht, bis man irgendwann nicht mehr existiert, und dann sind alle Vorhaben bedeutungslos.
Aber dass ich nichts vorhabe, heißt nicht, dass ich nichts bereue.



Über das Buch

Rowohlt | 400 Seiten | Erschienen: 2019 | Original Titel: The Mars Room
Hier kaufen als Buch oder als eBook.

Romy Hall ist Tänzerin in einem Striplokal, Mutter eines kleinen Jungen – und eine verurteilte Mörderin. Sie tritt ihre Strafe, zwei mal lebenslänglich, in einem Frauengefängnis an. Abgeschnitten von der Außenwelt sind die anderen Insassen, der tägliche Kampf um das Nötigste und das Anstaltspersonal alles, was sie noch hat. Außer natürlich dem Warten auf die Besuche ihres Sohnes Jackson. Plötzlich hören diese allerdings auf. Durch Hörensagen erfährt sie, dass Jackson in staatliche Obhut genommen wurde, und sie, da sie nicht mehr sein Vormund ist, nicht einmal in Erfahrung bringen kann wo er jetzt ist und wie es ihm geht. Aber es gibt da noch den Gefängnislehrer Gordon Hauser, der im Gegensatz zu den meisten anderen Wärtern und Angestellten noch nicht völlig abgestumpft ist. Er mag Romy, er schenkt ihr Bücher, über die sie anschließend angeregt diskutieren – und er ist ihre einzige Chance.
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Rainbow Rowell – Fangirl

Sie musste die Angst – dieses schwarze Rauschen hinter den Augen, dieses zusätzliche Herz in in der Kehle – nach unten in den Bauch schieben, wo sie hingehörte; dort konnte sie sie wenigstens zu einem hübschen Knoten binden und damit leben.

Über das Buch

Hanser | 480 Seiten | Erschienen: 2017 | Original Titel: Fangirl

 

Eigentlich gibt es in Cath Leben nur eines, was sie wirklich gut kann. Sich in die fiktive Welt eines Zauberlehrlings zurückzuziehen und Geschichten über ihn und seinen Rivalen zu schreiben. Während ihre Zwillingsschwester Wren die Zeit am College nutzen möchte, um neue Leute kennenzulernen und sich auszuprobieren, wäre es Cath am Liebsten, wenn alles beim Alten bleiben würde. Sie macht sich Sorgen um ihren Vater, der alleine nicht wirklich mit dem Leben zurecht kommt und vor allem sorgt sie sich darum, dass sie sich von ihrer Schwester mehr und mehr entfernen könnte, nachdem sie schon nicht einmal mehr ein Zimmer miteinander teilen.

Plötzlich ist Wren Simon Snow und die Fanfictions, die sie früher immer zusammen geschrieben haben, nicht mehr wichtig. Sie möchte lieber auf Partys gehen und sich betrinken und Cath bleibt dabei mit einer zynischen Mitbewohnerin, deren Ex-Freund und einem Jungen aus ihrem Schreibseminar zurück. Das alles sorgt für Chaos in Cath sonst so ordentlichen Leben und auch für Panik. Denn nur, weil sie im Internet hunderte Leser hat, heißt das schließlich nicht, dass sie wirklich dazu bereit ist sich zu öffnen und zu schreiben.

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