Elizabeth Acevedo – Poet X

Mein Bruder wurde geboren als ein safter Hauch, der kaum die Luft bewegt.
Ich hingegen wurde geboren als der Sturm.
Ich bin der schrille Klang, der alle bis ins Mark erschüttert,
die versuchen, ihn niederzuringen.

Über das Buch

Rowohlt Rotfuchs | 368 Seiten | Erschienen: 2019 | Original Titel: The Poet X

 

Xiomara Batista fühlt sich in ihrem New Yorker Viertel Harlem nicht gehört, dafür aber umso mehr gesehen. Seit ihr Körper kurvig geworden ist, muss sie sich täglich mit Fäusten gegen die grenzüberschreitenden Bemerkungen anderer wehren, während ihre strenggläubige Mutter sie dazu drängt, sich den Regeln der Kirche zu unterwerfen und zu schweigen.

Doch Xiomara hat eine ganze Menge zu sagen, und so füllt sie die Seiten ihres Notizbuches mit ihrem Frust, ihrer Wut – und ihrer Liebe zu ihrem Mitschüler Aman, von dem ihre Familie niemals erfahren darf. Als X die Chance bekommt, dem Slam Poetry Club der Schule beizutreten, findet sie auf der Bühne einen Weg, sich endlich Gehör zu verschaffen.

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Joe Heap – Die Welt in allen Farben

Nova ist kein abergläubischer Mensch. Sie hat keine Glückszahlen, keine bestimmten Kleidungsstücke oder Glücksbringer, die sie immer dabei hat. Sie hat keine Pechtage im Jahr und denkt nicht, dass bestimmte Ereignisse ein Unglück ankündigen. Sie glaubt an die Vernunft. Dennoch hat sie langsam den Eindruck, dass ihr Sehen etwas ist, was von ihr getrennt existiert, etwas Abgetrenntes, ein fühlendes Wesen.
Ein bösartiges.

Vielen Dank an HarperCollins und NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!



Über das Buch

HarperCollins |480 Seiten | Erschienen: 2019 | Original Titel: The Rules of Seeing
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Nova ist von Geburt an blind, aber eigentlich empfindet sie das gar nicht so sehr als Handicap wie ihre Umgebung. Sie kennt ihre Wohnung, sie kennt ihr Viertel und sie ist gut in ihrem Job als Dolmetscherin bei der Londoner Polizei. Klar, ab und zu ist sie auf fremde Hilfe angewiesen, aber im großen und ganzen kommt sie gut zurecht. Das ändert sich von einem auf den anderen Tag, als sie sich von ihrem Bruder zu einer Operation überreden lässt, die ihr Sehvermögen wiederherstellt. Plötzlich ist Nova völlig verloren. Sie hätte sich niemals vorgestellt, dass sehen lernen so viel schwieriger ist, als fünf Sprachen fließend zu sprechen. Still und heimlich wünscht sie sich, sie hätte diesen Eingriff nie machen lassen. In dieser Zeit lernt sie Kate im Krankenhaus kennen, die gerade an ihrer perfekten Ehe zu zweifeln beginnt. Hat Tony sie schon immer so grob angefasst oder gehen ihr nur gerade die Nerven durch? Und was hat dieses Mädchen mit den unglaublich blauen Augen an sich, das sie immer wieder an Nova denken lässt?
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Gemeinsam Lesen – Die Arena: Grausame Spiele

Nachdem ich in meinem Urlaub tatsächlich total verschlafen habe, dass ich dran gewesen wäre, kommt heute – etwas verspätet am Abend – auch endlich mal wieder ein Leseupdate von mir. Leider habe ich mir im Moment wieder so viele unterschiedliche Dinge vorgenommen, dass ich am Ende zu gar nichts wirklich komme. Entsprechend bin ich mich :

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment Die Arena von Hayley Barker und befinde mich auf Seite 26.

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Tim Parks – Der ehrgeizige Mr. Duckworth (Morris Duckworth #1)

Reichte es denn nicht, dass einem die Mutter wegstarb, der einzige Mensch, der sich je um einen gekümmert und für einen gesorgt hatte? Reichte es nicht, dass man das Kind armer Leute war und sich mit einem stinkenden, Schweinefleisch fressenden Proleten von Vater abfinden musste? Dass man sein ganzes Leben lang gegen den Strom schwimmen musste, dass man von der Universität relegiert worden war und Absagen auf mehr Stellenangebote erhalten hatte, als der Guardian in einem Monat abdruckte?
Nein, zu allem Überfluss musste man auch noch in einer Wohnung wohnen, wo jede Nacht so ein verdammter Köter direkt vor der Tür bellte und einen aufweckte, damit man glockenwach daliegen und alles noch einmal nacherleben konnte: die Frustration, das Versagen, das Gefühl, hereingelegt worden zu sein, ignoriert zu werden, die falschen Entscheidungen getroffen und keinerlei Zukunftsaussichten zu haben. Das Gefühl, alle Anstrengungen seien vollkommen sinnlos gewesen. […] Und das hatte er nicht verdient. Das hatte er ganz bestimmt nicht verdient.



Über das Buch

Kunstmann | 320 Seiten | Erschienen: 2015 | Original Titel: Cara Massimina | Reihe: Morris Duckworth #1
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Ein langes Zitat zur Einleitung, aber nichts und niemand könnte besser ausdrücken, was Morris Duckworth ausmacht als Morris Duckworth selbst. Kurz vor dem Abschluss wegen eines albernen Zwischenfalls von der Elite-Uni relegiert, arbeitet Morris jetzt als Englischlehrer im italienischen Verona. Er hetzt von Privatstunde zu Privatstunde und lebt von der Hand in den Mund. Nicht gerade das, was er sich für sein Leben vorgestellt hat. Mit seiner Schülerin Massimina Trevisan glaubt er endlich das große Los – oder na ja, zumindest ein annehmbares – gezogen zu haben, denn sie stammt aus einer reichen Familie und ist so vernarrt in ihn, dass sie sich mit ihm verloben will. Wäre da nur nicht ihre erzkatholische Frau Mama, die ihn für schlechten Umgang hält. Als Massimina sich überstürzt dazu entschließt mit ihm durchzubrennen, kommt Morris eine simple, aber geniale Idee, wie er ganz schnell zu Geld kommen kann – und sich dabei in einer Grauzone bewegt, wie er meint. Er ist ja schließlich kein Verbrecher…
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Gemeinsam Lesen – Die Welt in allen Farben

Guten Morgen zusammen,

ich bin wohlbehalten aus dem Urlaub zurück! London war ziemlich nass, aber trotzdem wunderschön! Es gab unendlich viel zu sehen, obwohl ich glaube ich kein zweites Mal mit dem Auto anreisen würde… Bis London lief alles gut, aber die Parksituation war ein Alptraum. Hätte ich mir eigentlich denken können. Na, mal sehen, ob ich einen kleinen Bericht dazu schreibe 🙂
Jedenfalls ist es mir gegangen wie in jedem Urlaub, nur noch schlimmer: ich bin kaum zum Lesen gekommen. Irgendwas mache ich da doch falsch, oder? Trotzdem hab ich ein neues Buch angefangen, das ich euch heute gleich mal vorstellen möchte:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese im Moment „Die Welt in allen Farben“ von Joe Heap und befinde mich auf eBook-Seite 114.

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Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren (Hörbuch)

 

Über allem und allen liegt eine furchtbare Beklemmung. Den ganzen Tag meldet das Radio in regelmäßigen Abständen die neuesten Nachrichten. Viele Wehrpflichtige werden einberufen. Private Autofahrten sind verboten worden. Gott bewahre unseren armen vom Wahnsinn heimgesuchten Planeten!

Über das Hörbuch

HörbuchHamburg | 382 Minuten | Erschienen: 2015 | Original Titel der Vorlage: Krigsdagböcker 1939 – 1945 | Sprecher: Eva Mattes
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Jeder von uns kennt Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter, die Kinder aus Bullerbü. Ich würde sogar behaupten die meisten von uns sind mit diesen zeitlosen Kinderbüchern groß geworden. Aber was wissen wir über die Schöpferin dieser Figuren? Astrid Lindgren ist nicht nur ein Name, was Bücher angeht könnte man fast sagen er ist eine Marke. Aber ich habe mir nie Gedanken über ihr Leben gemacht – geschweige denn, dass sie die Schrecken des Zweiten Weltkrieges als Zeitzeugin erlebt hat.
Über so etwas sollte man sich als Kind auch noch keine Gedanken machen, aber jetzt, wo Lindgrens Kriegstagebücher aus den Jahren 1939 – 1945 veröffentlicht wurden, führte für mich eigentlich kein Weg mehr daran vorbei.
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Isabel Bogdan – Laufen

Aber das ganze Leben, dieses mickrige, kleine Scheißleben erinnert mich permanent an dich, und wenn es das manchmal für einen kurzen Augenblick nicht tut, wenn das Leben kurz keine mickrige kleine Scheiße ist, bekomme ich sofort ein schlechtes Gewissen, ich will nicht, dass mich alles an dich erinnert, und ich will dich auf keinen Fall vergessen, wie sollte ich denn, wer wäre ich denn, ohne –

 

Über das Buch

Kiepenheuer & Witsch | 208 Seiten | Erschienen: 2019 | Original Titel: Laufen

 

Eine Frau läuft.

Schnell wird klar, dass es nicht nur um ein gesünderes oder gar leichteres Leben geht. Durch ihre Augen und ihre mäandernden Gedanken erfährt der Leser nach und nach, warum das Laufen ein existenzielles Bedürfnis für sie ist. Es ist mehr als nur einfaches Trainieren. Viel mehr läuft die Frau vor etwas davon, dem sie nich entkommen kann. Und mit jedem Schritt, den sie geht, erkennt sie, dass es vielleicht auch gar nicht nötig ist wegzulaufen.

Wie wird man mit einem Verlust fertig? Welche Rolle spielen Freunde und Familie? Welche Rolle spielt die Zeit? Und der Beruf? Schritt für Schritt erobert sich die Erzählerin die Souveränität über ihr Leben zurück und lernt dabei auch, dass sie deutlich mehr schaffen kann, als sie am Anfang ihres Laufes noch geglaubt hat.

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